Donnerstag, 10. März 2016

Kamelienblüte im Pillnitzer Schlosspark

Jedes Jahr im Februar beginnt im Pillnitzer Schlosspark eine wunderschöne Naturschau. Die Pillnitzer Kamelie hat von Februar bis April ihre Blütezeit. Der 8,90 m hohe Baum gehört mit seinen 250 Jahren zu den ältesten Europäischen Kamelien und wurde 1801 vom Hofgärtner Terschek hier im Schlosspark gepflanzt. Heute hat  der Baum einen Durchmesser von 11 m.

Die Kamelie umgibt ein fahrbares Schutzhaus, das von Oktober bis Mai vor Kälte, Wind und Wetter schützt. Im Sommer steht die Pflanze frei im Garten.

Die Pillnitzer Kamelie ist über 250 Jahre alt


Viele Legenden ranken sich um die Herkunft der Kamelie. Bisher war man der Annahme, das der schwedische Botaniker Karl Peter Thunberg, ein Schüler von Lenné, die ursprüngliche Pflanze von Japan mitgebracht hat.

Forscher wollen Licht ins Dunkel bringen
Ergebnisse einer Studie der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH und der TU Dresden bringen einen Fortschritt bei der Suche nach der Herkunft der historischen Kamelie in Pillnitz.
Dr. Christian Striefler, Geschäftsführer der Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH (SBG), Roland Puppe vom Bereich Gärten bei SBG und Dr. Stefan Wanke vom Institut für Botanik der TU Dresden stellten am Dienstag, 8. März 2016 eine entsprechende Studie vor. Matthias Riedel vom Botanischen Garten der TU Dresden, Außenstelle Landschloss Pirna – Zuschendorf unterstützte das Projekt maßgeblich mit fundiertem Wissen und mit Material der historische bedeutsamen Kameliensammlung. Zur Klärung der Herkunft der Pillnitzer Kamelie wurde zunächst deren Erbgut entschlüsselt. Die Forscher stellten eine große genetische Ähnlichkeiten zwischen den Kamelien in Pillnitz, Greifswald, Campobello und Caserta – die ältesten europäischen Kamelien - fest. »Damit ist die sogenannte ‚Thunberg-Legende‘ über die Herkunft der Pillnitzer Kamelie widerlegt! « sagt das Wissenschaftlerkonsortium.

Bezogen auf die Pillnitzer Kamelie lassen sich folgende Kernaussagen zusammenfassen:
Die ältesten europäischen Kamelien (Pillnitz, Caserta, Campobello/Vila Nova de Gaia, Greifswald) sind genetisch sehr ähnlich. Eine weitere historische Legende, die besagt, dass die Pillnitzer Kamelie von den Goto Inseln, Japan stammt, konnte ebenfalls nicht bestätigt werden. Die Suche geht weiter.

Für die endgültige Klärung der Herkunft der Pillnitzer Kamelie werden weitere Forschungen nötig seien. Derzeit werden an der TU Dresden weitere molekulargenetische Untersuchungen durchgeführt, die einen größeren Probenpool, vor allem aus Japan einbeziehen.

Die erste wissenschaftliche Publikation zum Genom der Pillnitzer Kamelie:
Heitkam T., Petrasch S., Zakrzewski F., Kögler A., Wenke T., Wanke S., Schmidt T. (2015) Next-generation sequencing reveals differentially amplified tandem repeats as a major genome component of Northern Europe's oldest Camellia japonica. Chromosome Research 23: 791-806.


>> www.schloesserland-sachsen.de

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