Mittwoch, 13. April 2016

Von der Herkunft der Sammlungsobjekte

Viele Kunstobjekte wechseln im Laufe der Zeit ihren Eigentümer. Die Provenienzforschung widmet sich der wissenschaftlichen Erforschung der Herkunft und der Besitzerverhältnisse eines Kunstwerks, oder Kulturguts in Museen, Archiven und im Kunst- und Antiquitätenhandel. Die Dresdner Museen haben eine der Größten Abeilungen der Proventienzforschung. Jetzt zeigt die Dokumentation dazu in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden in einer Ausstellung des Albertinum in Zusammenarbeit mit dem Daphne-Projekt Werke der Sammlung Weigang.


Im Rahmen der Provenienzforschungen des „Daphne“-Projekts wurde eine Liste wiederentdeckt, auf der der damalige Direktor der Staatlichen Kunstsammlungen Wolfgang Balzer eine Auswahl genau verzeichnet hat. Mit diesem Schlüssel zur Identifikation der Werke in den Museen der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und Innenaufnahmen der Villa von 1943 konnte die Provenienzrecherche zu einem erfolgreichen Abschluss gelangen. So gehören die beiden faszinierenden Gemälde Oskar Zwintschers „Bildnis einer Dame mit Zigarette" und Emil Noldes Ölbild „Segler im Gelben Meer“, wie Dutzend weitere, zu der privaten Sammlung Weigang.

Die Eigentümer Rudolf und Dorothea Weigang, flohen 1945 vor der sowjetischen Besatzungsmacht aus Dresden, wobei ein Teil der Einrichtung ihrer Villa zurück blieb. Nachdem das Gebäude einige Zeit als sowjetische Kommandantur genutzt worden war, überwies die Dresdner Stadtverwaltung 1948 ein Konvolut von 48 Objekten — neben den beiden Gemälden auch weitere u.a. von Robert Sterl, Gotthardt Kuehl und Hans Unger, aber auch Porzellane und Keramikkrüge — an die Staatlichen Kunstsammlungen.

Die Nachfahren waren bereit, über den Verbleib der Kunstwerke in Dresden zu verhandeln und das gesamte Konvolut konnte für die Staatlichen Kunstsammlungen erworben werden. Neben den beiden  Meisterwerken der Malerei, konnten so im Zwinger weiterhin zwei Porzellanschüsseln der Edo-Zeit (17. Jahrhundert) für die Öffentlichkeit gesichert werden, die zu den frühesten Beispielen mit kobaltblauem Unterglasur-Dekor zählen.

Darüber hinaus werden in der Ausstellung im Albertinum 34 historische Fotografien der Villa gezeigt. Auf zwei Medienstationen ist zudem die Projektion dieser und der identifizierten Kunstwerke zu sehen, die die Recherche des „Daphne“-Projekts für den Besucher erlebbar macht. In der Online-Collection auf dem SKD-Webportal ist die vollständige Sammlung Weigang erfasst und ist unter: www.skd.museum/sammlung-weigang zu finden.

12. April bis 7. August 2016
Wo? Albertinum, 2. OG

(Bild: Bildnis einer Dame mit Zigarette von Oskar Zwintscher)

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