Mittwoch, 15. Juni 2016

Migration. [Aus-]Wanderung - Vertreibung - Fluch

Auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen wandern seit Jahrhunderten Menschen in andere Regionen aus. Das ist auch Thema der neuen Ausstellung des Verkehrsmuseums Dresden. Hier wird der Fokus auf die Verkehrsgeschichte gerichtet, denn die Entwicklung von Fahrzeugen spielt eine große Rolle bei Migrationsbewegungen.
Die Ausstellung geht nicht nur der Fragen nach Warum und Wie die Menschen ihre Heimat verlassen. Hier kommen Migrantinnen und Migranten selbst zu Wort, um ihre Geschichte zu erzählen. In Verbindung mit persönlichen Objekten kann man in über 20 "Storyboxen" mehr über die persönlichen Schicksale erfahren. Es kommen Menschen zu Wort, die in Deutschland einen Neuanfang gewagt haben und Menschen, die aus Deutschland weggegangen sind.

Interessant ist die Betrachtung der Verkehrsgeschichte, die eng mit dem Thema Migration in Verbindung steht. So ist nicht nur ein Modell der Ulmer Schachtel zu finden, die die Menschen beim "Schwabenzug" in die Gebiete entlang der Donau brachten, auch die Entwicklung von Dampfschiff und Eisenbahn ist mit der Wanderung der Menschen verbunden.

Ulmer Schachtel (Model)
Krieg, Vertreibung und ungünstige Lebensumstände, bringen Menschen dazu, Ihre Heimat zu verlassen. Aus der DDR versuchten viele Menschen auf abenteuerlichen Wegen, den Weg in den Westen zu finden. Michael Schlosser baute ein Leichtflugzeug und die Familien Wötzel und Strelzyk unternahmen in einem eigens entwickelten Heißluftballon ihre Flucht. Sie kommen in der Ausstellung zu Wort.

Leichtflugzeug Michael Schlosser
Weltweit sind heute etwa 60 Millionen Menschen auf der Flucht. Viele suchen ihren Weg mit Booten nach West-Europa. Zur Überfahrt werden Boote genutzt, die für den gefährlichen Weg gar nicht geeignet sind. In dem Festrumpfschlauchboot, das für 16 Menschen ausgelegt ist, landeten 48 Menschen auf der grichischen Insel Lesbos an. Die benutzten Schwimmwesten haben dabei oft keine Rettungsfunktion.

Festrumpfschlauchboot
Viele unserer Alltagsgegenstände, die aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken sind, wurden auch durch Einwanderer aus ihrer Heimat mitgebracht. Die "Migration der Dinge" zeigt Beispiele dafür, unsere Zahlen, die Kartoffel, Nutella, Toilettenpapier oder der geliebte Kaffee...

Das Verkehrsmuseum liefert mit dieser Ausstellung wichtige Denkanstöße und möchte mit dieser Ausstellung die Besucher für das Thema "Migration" sensibilisieren und ein Podium zum Gedankenaustausch schaffen.

16. Juni - 30. Dezember Verkehrsmuseum Dresden
Augustusstraße, 01067 Dresden

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